Eine Bank zum Anfassen

Artur Wiebe, Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit im Bund FeG

Zuerst eschienen in CHRISTSEIN HEUTE 06/2018
https://christsein-heute.de

Das Erbe Raiffeisens

„Karl Marx hat ‚Das Kapital‘ geschrieben, Raiffeisen hat uns die Verantwortung dafür gelehrt.“ So Josef J. Zolk in seinem Vortrag über Friedrich Wilhelm Raiffeisen auf der 93. Generalversammlung der Spar- und Kreditbank des Bundes Freier evangelischer Gemeinden eG (SKB). Der Geburtstag des Namensgebers der Raiffeisenbanken jährte sich zum 200. Mal.

Der Referent und Bürgermeister a. D. in Flammersfeld, hob die Bedeutung des Genossenschaftsprinzips hervor. Es bewirke, dass dem Zinswucher die christliche Verantwortung für den Nächsten entgegengestellt wird. Das Erbe Raiffeisens wurde 2016 zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Ihm wissen sich Institutionen weltweit verpflichtet - auch die SKB in Witten.

Als „Genossen“ waren am 5. Mai 85 stimmberechtigte Teilhaber auf der Generalversammlung vertreten. Vorstandsmitglied Sylvia Oberwinster moderierte den Nachmittag, der musikalisch von Jun Hun am Klavier und kulinarisch von der FeG Witten umrahmt wurde. Jan Niklas Krüger, Student an der Theologischen Hochschule Ewersbach und Stipendiat der SKB, ermutigte die Anwesenden mit einer Andacht zu 1.Korinther 12, die gottgeschenkten Gaben zu entdecken und zu entwickeln.

Gute Zahlen trotz Zinstief

„Wann steigen die Zinsen wieder?“ Trotz schwieriger Zinsbedingungen kann die SKB laut Volkmar Birx, Sprecher des Vorstandes, für 2017 gute Zahlen vorlegen: Die Bilanzsumme stieg um 6,00 % auf 134,7 Mio., die betreuten bilanziellen Kundengelder um 5,9 % auf 110,9 Mio. Euro und die betreuten Wertpapierdepots auf 6,3 Mio. Euro. Eine Veränderung der allgemeinen Zinslage sei nicht absehbar.

Birx dankte den Mitarbeitern der SKB, die einen schlanken und effizienten Verwaltungsaufwand gestalten. Der Mitarbeiterstab werde sich durch Anpassungen im EDV-Bereich und neue gesetzliche Vorgaben vergrößern. Die Einnahmenseite werde durch Provisionen erhöht (Kontoführungsgebühren, private Baufinanzierung und Vermittlungen im Vermögensanlagenbereich). Strategie sei, in erstklassige Wertpapiere zu investieren. Erklärtes Ziel bleibe, den Kunden in Blick zu behalten, sowie Beratung und Begleitung von gemeindlichen Bauprojekten und christlichen Stiftungen. „Die SKB ist die Bank der FeG und soll es auch bleiben!“

Eine digitale Bank zum Anfassen

„Die Bank ist in guten Händen! Das wird ihr von außen gespiegelt.“, so Manfred Schneider, Vorsitzender des Aufsichtsrates. Das Gremium dankte dem Vorstand für die vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit ohne Beanstandungen zum Jahresschluss 2017. Von den Mitgliedern wurde der Wunsch geäußert, dass die SKB eine „Bank zum Anfassen“ bleiben solle. Laut Volkmar Birx werde die Bank eine Kombination aus Menschen zum Anfassen sein, die sich die Chancen der Digitalisierung nutzbar macht.

Die stimmberechtigten Teilhaber stellten den Jahresabschluss 2017 einstimmig fest, der Ergebnisverwendung in Form einer Dividende von 4,00 % wurde Zustimmung erteilt sowie Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig entlastet. Die vorgeschlagenen Satzungsänderungen entsprechend dem Genossenschaftsgesetz wurden angenommen. Anabel Brandis und Stefan Lange wurden von der Generalversammlung für eine weitere Amtszeit in den Aufsichtsrat gewählt.

Zur nächsten Generalversammlung im Mai 2019 sind Mitglieder und Interessierte eingeladen, den Kurs mit abzustimmen. Dadurch lebt das Raiffeisen-Genossenschaftsprinzip auch in der Zukunft der SKB weiter.